Tourtagebuch Tag 3: Weiterfahrt nach Kroatien

Nachdem bei Team-Fahrzeug „Shorty“ am Sonntag ein Ausfall der Lichtmaschine festgestellt wurde, brachen Steven und Gianpaolo am Montag Morgen in aller Frühe in Richtung Padua auf.
Ihre Hoffnung: Im Umfeld der Region einen Händler zu finden, der das passende Ersatzteil an Lager hält. Parallel dazu waren Fran und Emanuel in der Umgebung von Treviso unterwegs um obskure Autofriedhöfe abzuklappern. Während dieses Unterfangen von wenig Erfolg gekrönt war, wurden Gianpaolo und Steven nach mehreren Stunden suchen schliesslich bei einem Autohändler fündig. Luca hätte das Teil immerhin für Dienstag Morgen organisieren können.

Zum Glück war Renzo, der Chef unser Werkstatt, ein wahres Improvisationsgenie, er hat seinerseits zig Telefonate geführt und das passende Ersatzteil auf Montag Nachmittag organisieren können, so dass Shorty schliesslich am Abend wieder fahrbereit sein sollte.
Die Wartezeit bis dahin haben wir im nahen Stadtpark mit einem leckeren Picknick und einem ausgedehnten Schläfchen vertrieben.

Ihr könnt euch sicher vorstellen, welche unglaubliche Erleichterung und Freude wir alle verspürt haben, als wir am Abend gegen 18:15 Uhr schliesslich unseren „Shorty“ bei der Garage voll fahrtüchtig wieder abholen konnten. Wir hatten uns nämlich schon Notfallszenarien überlegt, selbst die Aufgabe von „Shorty“, falls die Reparatur nicht rechtzeitig geklappt hätte.

Nun sollte uns allerdings eine Gewaltfahrt bevorstehen, denn die zwei verlorenen Tage müssen natürlich aufgeholt werden, sprich über 1800 Kilometer in zwei Tagen von Treviso nach Istanbul.
Das wäre an sich kein Problem wenn man Autobahn fährt. Wir haben uns aber als Team entschieden, den Weg ganz im Sinne der uns auferlegten Regeln hinter uns zu bringen, sprich alles über Land- und Nebenstrassen.

Pünktlich um 18:30 waren wir schliesslich wieder „on the road“. Erstes Zwischenziel: Triest.
Zuvor haben wir aber eine geschlagene Stunde gebraucht um aus Treviso herauszufinden. Insbesondere der Innenstadtkreisel, eigentlich eine Ringstrasse um den Stadtkern, hat es uns besonders angetan. Mindestens zweimal (wenn nicht gefühlte dreimal) haben wir diesen umrundet, bis wir die richtige Ausfahrt Richtung Triest erwischt haben. Fairerweise müssen wir anmerken, dass der Feierabendverkehr die Hölle war und die Italiener haben’s nicht so mit einer sauberen Beschilderung 😉

Um 23:10 Uhr haben wir hinter Triest die slowenische Grenze überquert. Hier sind wir dann frischfröhlich während 5 Minuten gen Norden gebraust bis wir festgestellt haben, dass wir offenbar den falschen Übergang erwischt haben. Es hätte uns mindestens zwei Stunden Umweg gekostet um wieder auf die richtige Route zu kommen also sind wir halt wieder nacht Italien zurück.
Um 23:30 haben wir schliesslich erneut die Grenze zu Slowenien überquert, diesmal am richtigen Übergang.

Von Slowenien haben wir nicht wirklich viel gesehen, schon um 00:15 Uhr haben wir die Grenze nach Kroatien hinter uns gelassen und sind nach Rijeka weiter.
In Rijeka haben wir uns schliesslich eine geschlagene Stunde im Kreis gedreht. Die Stadt, welche gefühlt nur aus Hügeln besteht, scheint keine normale Nebenstrassen zu haben, die wieder aus der Stadt herausführen. Jede Abzweigung, die wir nehmen wollten, führte irgendwann früher oder später wieder auf die Autobahn. Es war wirklich zum verrückt werden!
Mehr durch Zufall haben wir in der Nähe des Hafens die Nebenstrasse gefunden, über die wir dem Küstenverlauf folgenden Richtung Senj weitergefahren sind.

Es war schon nach 03:30 Uhr als wir in Senj durchkamen und uns zu einem Zwischenhalt entschieden haben. Wir sind noch ein Stück weit den Berg hinauf gefahren, wo wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Es war nicht der Beste aller möglichen Plätze, denn er war direkt an der Hauptstrasse und auf einem sehr windigen Bergkamm.
Spätestens hier waren wir froh, dass wir unser Team-Fahrzeug „Shorty“ nicht aufgeben mussten, hat sich der Wagen hier doch ideal als Windschutz für unsere Wurfzelte bewähren können.
Da wir so Müde und ausgelaugt waren, haben wir unsere Zelte nicht mal mit Heringen gesichert und einfach darauf vertraut, dass wir nicht davon geweht würden …

Zurückgelegte Tageskilometer: knapp 350.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.